und was nun???

Natürlich läuft nie alles ganz glatt beim Seifeln, das wäre ja auch langweilig.

Hier ein paar Probleme und mögliche Lösungen Cool

1) Die Seife bekommt einen weißen Belag

 

Dabei könnte es sich um Sodaasche handeln. Sie entsteht, wenn die Seife zu früh mit Sauerstoff in Kontakt kommt, und stellt nur ein optisches Problem dar, das auf die Qualität der Seife keinen Einfluss hat. Manchmal hilft es, die Seife abzudampfen (z.B. mit einem Dampfbügeleisen - aber nicht bügeln!!!!) oder sie in sehr heißes Wasser zu tauchen. Ist die Sodaasche noch nicht weit fortgeschritten, kann auch das Polieren mit einem feuchten Microfasertuch helfen.

Nach meiner persönlichen Erfahrung nimmt das Risiko von Sodaasche zu, wenn die Seife vor Ablauf von wenigstens 8 Stunden ausgeformt wird, generell aber auch (d.h. jenseits der 8 Stunden), wenn sie noch weich ist.

Ein Einsprühen mit kosmetischem Alkohol kann (!) Sodaasche vorbeugen.

2) Die Seife fühlt sich an wie nasse Kreide, weich und bröselig

Hierbei kann es sich um das nasse-Kreide-Phänomen handeln, das oft entsteht, wenn zu kalt gearbeitet und zu wenig gerührt wird. Auch die nasse Kreide hat keine Auswirkungen auf die Qualität der Seife, sondern nur auf ihre Optik. Stellt man nasse Kreide fest, kann man den Block UNGESCHNITTEN nochmal für 1 Stunde bei 70 Grad Celsius in den Ofen stellen - dann ist das Phänomen sehr häufig verschwunden.

Eine Siederin aus dem Seifentreffforum hat berichtet, dass sie den Block bereits geschnitten (also die einzelnen Seifenstücke) in den Ofen gestellt habe und die Seifenstücke danach schneller geranzt seien. Ich haben den Block immer in toto in den Ofen gestellt und hatte bei den danach geschnittenen Stücken nie Ranz.

3) Es steht Öl auf der Seife

Man kann die Seife ein paar Tage stehen lassen, und oft zieht das Öl dann tatsächlich wieder in die Seife ein. Sollte das jedoch nicht der Fall sein oder die Seife im Öl stehen (also nicht nur Öl auf der Oberfläche haben), hat sie sich getrennt. Wenn sie sich nicht mehr mit dem Püri  zusammenrühren lässt, kann man das Öl abschöpfen und wiegen. Beträgt es weniger als die Überfettung (jeweils in %), kann die Seife mit Handschuhen vorsichtig aufgeschnitten und der Küsschentest gemacht werden (= vorsichtig die Zungenspitze an die Seife halten - brizzelt sie, ist freie Lauge in der Seife. Brizzelt sie nicht, ist sie verseift und kann verwendet werden). Besteht sie den Küsschentest nicht, darf sie nicht verwendet werden - man kann sie dann einschmelzen oder muss sie entsorgen.

Wie das Einschmelzen funktioniert (persönlich gehöre ich zur das-entsorge-ich-Fraktion), könnt Ihr im Seifentreffforum erfahren, da fehlen mir persönliche Erfahrungen, die ich weitergeben könnte.

4) Die Seife ist in der Mitte dunkler als an den Rändern

Kein Problem, hier war nur die Gelphase unvollständig, und die Seife kann verwendet werden.

5) Die Seife blutet aus

Auch kein Problem, es wurde nur die Farbe zu hoch dosiert, und die Seife kann problemlos verwendet werden.

6) ranzige Seife

hatte ich bisher zum Glück noch nicht, weiß aber von anderen Siedern, dass die Seife dann gelbe Punkte bekommt, klebrig wird und unangenehm riecht.

Man kann die Punkte großzügig herausschneiden, die Seife dann einfrieren und zügig verbrauchen.

Hat man eine Seife mit vielen Schnellranzerölen gesiedet, sollte man die Stücke ebenfalls einfrieren und zügig verbrauchen, damit gar nicht erst Ranz auftritt.

7) Tropfen auf der Seife

Dies tritt sehr häufig bei Salzseifen und vor allem bei hohen Temperaturen auf. Auch Transparentseife neigt zu Tropfenbildung.

Man kann die Tropfen in aller Regel mit einem Küchentuch abtrocknen und lagert die Seifen am besten auch auf Küchenpapier, da es austauschbar ist. Ansonsten ist das Schwitzen der Seife nicht schlimm. Hält es aber länger an, ist man gut beraten, einen trockeneren Reifeplatz zu suchen.

8) kleine Löcher und/oder weiße Punkte in der Seife

bei Milchseifen kann die Milch dafür verantwortlich sein (nicht für die Löcher, aber für die weißen Pünktchen), häufiger aber sind es einfach Luftbläschen, die der Püri untergerührt hat. Viele schwören darauf, den Püri an der Glocke anzubohren, damit die Luft entweichen kann, aber bei meinem Püri hat das rein gar nichts gebracht. In aller Regel kann man aber die kleinen Löcher bei frischer Seife mit den Fingern wegreiben.

9) Duft vergessen

Am besten bleibt die Seife dann duftlos, denn das nachträgliche Unterrühren des Duftes ist eigentlich nur ordentlich möglich, wenn man alles zurück in den Topf gibt und den Duft gründlich unterrührt. Nicht richtig verrührtes PÖ oder ÄÖ erzeugt in aller Regel braune Flecken, die zwar nur ein optisches Problem, aber alles andere als besonders hübsch sind.

Das Duftöl am besten direkt neben die Form stellen, damit man es nicht vergisst!

10) Öl vergessen

Das sollte Anlass sein, die Arbeitsplatzorganisation zu überdenken, denn so etwas sollte eigentlich wirklich nicht passieren können.

Ist es aber dennoch passiert, kann die Seife unterfettet und damit ätzend sein. Das übriggebliebene Öl wiegen und die Überfettung ohne dieses neu berechnen (dazu sollte man idealerweise  wissen, WELCHES Öl der Seife fehlt). Reicht die Überfettung nicht aus, muss alles zurück in den Topf und mit dem vergessenen Öl neu zusammengerührt werden. Ist dies nicht möglich, bleibt nur einschmelzen oder entsorgen.

11) Der Seifenleim dickt sehr rasch nach Zugabe der Lauge an

Hier kann eine sog. false trace vorliegen - wenn zu kühl gearbeitet wird, können manche Fette, z.B. Sheabutter recht gerne, wieder fest werden. Die false trace sollte niemanden schrecken, denn sie kann einfach wieder von Hand (mit dem Schaber) weggerührt werden.

12) Der Seifenleim heizt auf

Wenn man aufheizende Zusatzstoffe verwendet hat (z.B. Seide, Honig, Fruchtzucker, Milch), darf die Seife am besten gar nicht, allenfalls aber nur sehr kontrolliert isoliert werden (also ständig nach ihr schauen). Sobald sie aufheizt, stellt man sie vorbeugend in den Tiefkühler, um ein Trennen zu vermeiden.

Manchmal sorgt auch ein PÖ für Aufheizen.

Hat sich die Seife getrennt, kann man sie bestenfalls wieder mit dem Püri zusammenrühren. Gelingt das nicht, muss sie eingeschmolzenen oder entsorgt werden. Da ich bei meinen Honigseifen sehr viel Honig sowie auch noch Sahne, Propolis und Gelee Royale verwende, stelle ich die Seife sofort nach dem Einfüllen (da fühlt sie sich schon sehr heiß an) in den Tiefkühler. Manchmal gelt sie zwar auch dort, aber getrennt hat sie sich noch nie bisher.

13) Die Seife will nicht aus der Form

Seife sollte erst ausgeformt werden, wenn sie fest genug dafür ist, empfohlen wird eine "Ruhezeit" von 24 Stunden.

Will sie trotz eigentlich ausreichender Härte nicht aus der Form kommen, was bei Milky Way Molds oder anderen Hartplastikeinzelformen mitunter der Fall ist, friert man sie einfach ein paar Stunden ein und hält die Form danach unter fließendes heißes Wasser - dabei ploppt die Seife in aller Regel problemlos aus der Form.