Pürieren

Manchmal dickt der Seifenleim (SL) schon nach Zugabe der Lauge zu den Ölen/Fetten dermaßen schnell an, dass der Einsatz eines Pürierstabes (Püris) absoluter Quatsch wäre.

Das ist aber die Ausnahme. Ohne Püri geht es meist einfach nicht, wenn man nicht Leistungsruderer(-rudererin) ist und Arme wie Arnold Schwarzenegger hat.

Wenn ich die Lauge zu der Öl-/Fettmischung gegeben habe, rühre ich erst einmal von Hand so lange um, bis auch wirklich der ganze SL emulgiert und homogen ist. Erst dann gehe ich einmal mit dem Püri kurz durch den SL durch. Danach prüfe ich wieder die Konsistenz mit einem Kunststoffschaber (geht natürlich auch mit einem Holz- oder Kunststoffkochlöffel). Und dieses Vorgehen wiederhole ich, bis der SL die von mir gewünschte Konsistenz hat.

Püris sind mitnichten alle gleich - es gibt lahme Enten und Raketen, stufenweise verstellbare und ganz einfache. Meiner zählt zur letzteren Gattung, und dafür bin ich dankbar. So habe ich wirklich Zeit, zwischendrin immer mal wieder die Konsistenz zu prüfen, die sich nicht sooo rasant verändert wie bei einem Turbo-Püri.

Aber auch, wenn man länger pürieren will - weil man z.B. für eine Stempelseife die Puddingkonsistenz erreichen möchte -, sollte man daran denken, den Püri zwischendrin immer mal wieder auszuschalten und von Hand zu rühren. Denn der Püri ist nicht für einen "stundenlangen" nonstop-Einsatz gedacht und soll doch lange halten...

Manchmal, wenn man zu wenig püriert und/oder ZU kalt gearbeitet hat (schwach handwarm ist meine bevorzugte Verarbeitungstemperatur), kann es passieren, dass die Seife eine Konsistenz wie nasse Kreide hat: Bröckelig und schmierig. Den Block in diesem Fall nicht schneiden, sondern bei 70 Grad C für eine Stunde in den Ofen stellen. Danach war die "nasse Kreide" bei mir immer weg.

Manchmal brauche ich für die Gestaltung einer Seife Farbe B deutlich später als Farbe A - in diesem Falle emulgiere ich den SL nur, teile ihn dann auf, färbe mit A und B und püriere nur die Charge, die ich gerade brauche, in die gewünschte Konsistenz. Das hat den Vorteil, dass ich mich mit SL A ausgiebig beschäftigen kann (z.B. weil ich Hügel forme, Schichten machen will o.ä,), ohne Angst haben zu müssen, dass mir in dieser Zeit SL B zu sehr andickt.

Dieses Vorgehen empfiehlt sich auch für das Herstellen von Schichtseifen ohne BlitzbetonPÖ.