alle Seifen, die eine Überfettung von mindestens 6% aufweisen, können auch zum Duschen benutzt werden, insofern gibt es keine speziellen Duschseifen.

Dafür aber andere Spezialseifen:

 

Salzseifen

bei Salzseifen wird Meersalz (wegen der darin enthaltenen Mineralien aber nicht Totes-Meer-Salz) zum Seifenleim gegeben, und zwar je nach Geschmack 1/2 der Gesamtfettmenge, in Höhe der Gesamtfettmenge oder das Doppelte derselben. Wichtig ist, dass der SL  schon relativ fest sein muss (leichtes Puddingstadium), damit das eingerührte Salz nicht auf den Topfboden absinkt. Außerdem sollte man Einzelformen oder einen Dividor verwenden, weil das Salz die Seife so hart macht, dass sie beim Schneiden splittert.

Das Salz verhindert üppigen Schaum. Wenn man sehr viel Schaumfett, unterstützend Rizinusöl und Lanolin in der Seife einsetzt, erhält man aber trotzdem eine schäumende Seife.

 

Soleseifen

Bei Soleseifen kommt das Salz nicht zum Seifenleim, sondern wird in der Laugenflüssigkeit gelöst - in aller Regel, bis diese gesättigt ist, was ca. 25g Meersalz auf 100g Wasser bedeutet. Gesättigt ist die Sole, wenn sich zusätzliches Salz nicht mehr in der Flüssigkeit auflöst.

Das Salz macht die Farben blasser und die Seife sehr hart. Man kann Soleseifen durchaus im Block sieden, sollte diesen aber vor dem Schneiden noch einmal erwärmen, damit die Seife nicht bröckelt beim Schneiden. Eine Soleseife enthält weniger Salz als eine Salzseife und schäumt sehr viel williger (je nach Rezeptur).

 

Haarseifen

Haarseifen sind eine Wissenschaft für sich, denn nicht jedes Haar verträgt dieselben Öle und schon gar nicht dieselbe Überfettung. Man muss sich deshalb durchtesten. Bei mir hat es auch ein paar Versuche gebraucht, bis ich die ultimative Haarseife für mein Haar gefunden habe - ich benutze sie nun seit mehreren Jahren und habe nie auch nur eine saure Rinse gebraucht. Glück gehabt!

Bei Haarseifen sollte man nicht auf die - im Seifenrechner gesondert zu berechnende! - Zitronensäure verzichten, da sie entkalkende Wirkung hat und das Wasser in Deutschland ja vielerorts sehr kalkhaltig ist. Die Zitronensäure wird VOR dem NaOH in die Laugenflüssigkeit gegeben, wenn man kein Chaos erleben möchte.

Statt Haarseifen kann man auch Shampoobars benutzen, die nehme ich ebenfalls sehr gerne, weil sie das Haar (wenigstens bei mir) ganz locker und glänzend machen.

 

Kokosölseife

Kokosölseifen sind wunderbar - wenn man dafür natives Kokosöl nimmt. Palmin trocknet nach den Berichten mehrerer Siederinnen in höheren Konzentrationen die Haut aus.

Die Seifen pflegen nach meiner Erfahrung wunderbar und schäumen wie verrückt. Der Seifenleim bleibt - obwohl es sich um ein festes Fett handelt - lange flüssig und lässt sich gut swirlen.

 

Zahnseife

Wir benutzen seit Jahren nur noch Zahnseife statt Zahnpasta und sind mega zufrieden. Da aber das Rezept nicht von mir ist, werde/kann ich es hier nicht einstellen. Im Seifentreffforum könnt Ihr mehr Informationen zu Zahnseifen bekommen.

 

Obst-/Gemüseseifen

Obst und Gemüse machen sich sehr oft wunderbar in Seife. Bei der Rezeptur muss man nichts Besonderes beachten. Allerdings sollte man bedenken, dass es bei stark flüssigkeitshaltigem Obst oder Gemüse sinnvoll ist, die Laugenflüssigkeit zu reduzieren, weil die Seife sonst lange weich bleibt und sich beim Reifen mit hoher Wahrscheinlichkeit verzieht. Außerdem sollte wegen des Fruchtzuckers nur eine leichte Isolierung der Seife stattfinden und diese immer wieder kontrolliert werden. Heizt sie sich zu sehr auf, kann sie sich nämlich trennen und dann nur noch entsorgt werden, wenn sie sich nicht mehr zusammenrühren lässt.

Obst- und Gemüsesaft kann man auch als Laugenflüssigkeit verwenden (ein Klassiker ist Gurkensaft) oder zum Seifenleim dazu geben - dann sollte aber um diese Menge die Laugenflüssigkeit reduziert werden!

 

Milchseifen

Milchseifen - und dazu zähle ich auch Sahneseifen - sind wunderbar. Man kann entweder tiefgefrorene (!) Milch als Laugenflüssigkeit nehmen, indem man das NaOH in sehr, sehr kleinen Mengen portionsweise zu den Milcheiswürfeln gibt, damit sie auf diese Weise auftauen, ohne dass die Lauge sofort mit dem Milchfett verseift.

Man kann aber auch - und ich persönlich ziehe das vor - die Laugenflüssigkeitsmenge reduzieren, d.h. aqua dest : NaOH = 1,2 : 1, und dann die flüssige Milch in der Menge, um die die Laugenflüssigkeit reduziert wurde, zum Seifenleim geben.

Verwendet man Milchpulver, gibt man etwa 25g davon in 100g aqua dest und verrührt beides gut.

Die Überfettung, die die Seife durch die Milchzugabe noch einmal dazu erhält, wird im Seifenrechner nicht extra berechnet.

Ob Milchseifen gelen dürfen, ist jedermann selbst überlassen. Meine dürfen. Wenn man aber eine schneeweiße Seife möchte (dann sollte man allerdings auch helle Öle verwenden), sollte das Gelen unterbunden werden. Dies kann dadurch entstehen, dass man die Seife sofort nach dem Einfüllen in den Tiefkühler verfrachtet.

Wegen des aufheizenden Milchzuckers sollte man die Seife aber auch dann, wenn sie gelen darf, allenfalls leicht und unter ständiger Kontrolle isolieren (d.h. in eine leichte Decke oder Handtücher packen und alle paar Minuten nachschauen, dass sie nicht zu heiß wird).

 

Honigseifen

Auch Honigseifen sind sehr fein und benötigen keine spezielle Rezeptur, wobei sich aber etwas Bienenwachs (2-5%) schön darin macht. Honig heizt stark auf, wenn also eine größere Menge davon in die Seife gepackt wird - und vielleicht, wie bei meinen Honigseifen, auch noch Propolis, Sahne und Gelee Royale dazu -, besteht eine sehr große Gefahr, dass die Seife aufheizt. Deswegen stelle ich sie sofort nach dem Einfüllen in den Tiefkühler. Auch dort gelt sie sogar manchmal, aber bislang hat sie sich bei mir jedenfalls noch nicht getrennt.

Dafür bleibt sie bei einer größeren Menge Honigs (meine letzte hatte 20%, davon würde ich aber Anfängern unbedingt abraten!) mehrere Monate sehr klebrig. Man muss also Geduld mitbringen, denn bis sie verwendungsbereit ist, kann es bis zu einem Jahr dauern.

Verwendet man nur bis zu 5% Honig, gibt es dieses Phänomen nach meiner Erfahrung nicht, die Seife ist also nach der normalen Reifezeit ohne weiteres verwendbar. Trotzdem sollte auch bei einer kleineren Menge Honigs allenfalls leicht und unter ständiger Kontrolle isoliert werden.

Ein hübsches Wabenmuster als Topping erhält man, wenn man eine Luftpolsterfolie in die Seifenform legt.

 

 

Olivenölseife

Persönlich nache ich mir nichts daraus, aber viele lieben sie.

Eine reine Olivenölseife schleimt lange, d.h. man benötigt mehrere lange Monate Geduld bis zur Verwendung.

Dem kann man vorbeugen, indem man 20-25% Kokosöl und eben nur 75-80% Olivenöl nimmt.